Chronik



Von alters her gehört das Posaunenspiel zum Gottesdienst. Die Israeliten bedienten sich im Gottesdienst neben dem Flöten- und dem Saitenspiel auch der Posaunen. Es waren gebogene "Widderhörner" und Tuben von schlanker, gerader Form. Sie gaben nur einen Ton und wurden von den Priestern und Leviten gespielt zur Erbauung der Gemeinde. Seitdem hat die Musik im christlichen Gottesdienst ihren festen Standort. Dabei kam dem Posaunenspiel im letzten Jahrhundert wieder besondere Bedeutung zu. Eifrigster Förderer war der sogenannte "Posaunengeneral" Pastor Kuhlo aus Bethel bei Bielefeld, der die unentbehrlichen Posaunenbücher 1 - 4 geschrieben hat.

Den Anstoß zur Gründung des Posaunenchors Großenritte gab der jetzt nicht mehr bestehende Posaunenchor zu Besse, der erstmalig bei der Beerdigung von Gottlieb Schmidt in Großenritte spielte. Pfarrer Lautemann war davon so angetan, dass er beschloss, auch einen Posaunenchor in Großenritte ins Leben zu rufen. Er kaufte die ersten 10 Instrumente und besetzte sie durch Mitglieder des Gesangvereins Germania. Auch fand sich in Oberpostschaffner Franz Kraus, einem ehemaligen Militärmusiker, sofort ein Dirigent. Als Gründungstag gilt der 12.12.1912. Weihnachten 1912 spielte der junge Chor zum ersten Mal im Gottesdienst das Lied: "O du fröhliche, o du selige...".

 

Erste einsatzfähige Bläsergruppe
Heinrich Hofmann Schneider Gänsefeldstraße
Justus Cnyrim Schneider Kasseler Straße
Hans Cnyrim Schneider Erbsgasse
Heinrich Minkler Schneider Erbsgasse
Johannes Bartelmei Schneider Erbsgasse
Adam Weber Landwirt /Hausschlachter Prinzenstraße
Karl Penke Bauarbeiter Moltkestraße
Jakob Paulstich Frisör Bahnhofstraße
Wilhelm Umbach Bäckermeister Mittelstraße
Jakob Weber Schuhmachermeister Elgershäuser Straße

 

Das erste Bild des Chores konnte erst am 20.6.1913 angefertigt werden, allerdings fehlt hier Adam Weber, der gerade durch Arbeit verhindert war.


In dem bald darauf folgenden 1. Weltkrieg wurden fast alle Mitglieder eingezogen mit Ausnahme von Paulstich und Kraus; als einziger wurde nur Adam Weber verwundet. 1916 starb der Dirigent Franz Kraus, an dessen Stelle trat Jakob Paulstich, der über viele Jahre den Chor leitete. Nach dem Krieg konnte der Chor seine Arbeit in voller Stärke wieder aufnehmen. Ein besonderer Vorteil lag darin, dass eine große Anzahl der Mitglieder selbständige Handwerker waren, die zu jeder Zeit für die musikalische Begleitung bei Beerdigungen zur Verfügung standen. Neben Festtagsgottesdiensten gestaltete der Chor u.a. Missionsfeste, musikalische Darbietungen in Krankenhäusern, Jubiläumsfeiern und Familienfesten.

Am 1.1.1921 wurden die inzwischen aufgestellten Statuten des Chores verkündet. An dieser Stelle einige besondere Auszüge aus den Statuten:



§ 2. "... Jeder musikliebende und musikalisch veranlagte Mann kann Mitglied des Chores werden....."
"Leute über 40 Jahre dürfen nicht mehr angenommen werden, ausnahmsweise bei genügender musikalischer Schulbildung....."


§ 4. "...die Instrumente, welche Eigentum des Chores oder der Kirche sind, stehen zur Verfügung der Mitglieder und dürfen außerhalb des Chores nicht zu Tanzmusik verwendet werden..."


§ 7. "...Für jedes unentschuldigte Versäumen einer Übungsstunde wird eine Strafe von 2 Mark erhoben und bei einem öffentlichen Auftreten eine solche von 5 Mark bei letzterem im Wiederholungsfalle wird die Strafe verdoppelt, bzws. kann Ausscheidung aus dem Chor erfolgen..."
"...Am Schluß der Übungsstunde sind sämmtliche fehlenden Mitglieder zu notieren vom Strafmeister und hat hierüber am Jahresschluß Bericht zu erstatten...."


§ 9. "...Auf das Ertönen des Hornsignals hat sich jedes Mitglied unverzüglich beim Dirigenten zu melden..."

Neben Chorälen wurden nun hin und wieder auch Volkslieder und Märsche eingeübt. Dazu wurde eine Pauke angeschafft, die zum ersten Mal bei der Hochzeit von Hans Cnyrim durch Johannes Bartelmei geschlagen wurde. Später bediente sie bei Marschmusik zumeist Heinrich Minkler.

Unter der Regie von Pfarrer Rose wurde im Dezember 1937 das 25-jährige Bestehen des Posaunenchores


gefeiert. Den Auftakt dazu bildete ein Festtagsgottesdienst mit nachmittäglicher Männerversammlung im Gemeindesaal beim Pfarrhaus. Der Gemeindeabend fand als Adventfeier mit Kaffee und Kuchen im überfüllten Saal des Hessischen Hofes statt.

In den ersten Jahrzehnten nach der Gründung hatte der Chor keinen festen Übungsraum. Meistens übte er in der Kasseler Straße bei den beiden Cnyrims, später im Saal im Hessischen Hof, wo dann natürlich auch ein Gläschen Bier nicht fehlte. Als im Jahre 1936 die Pfarrscheune in ein Gemeindehaus mit Saal umgebaut wurde, konnte der Chor an einem Abend in der Woche seine Übungsstunden dort abhalten.

Nach dem Tod von Jakob Paulstich leiteten verschiedene Dirigenten den Chor: Vikar Freudenstein, Diakon Römer, Hermann und Hans Cnyrim, Günther Eskelsen, Heinrich Gibhardt und Vikar Manfred Korff.

Neben den Übungsstunden, in denen mehr oder weniger ernsthaft geprobt wurde, fanden zur Erholung und zur Förderung der Gemeinschaft Fahrten mit Omnibussen statt, z.B. zur Wartburg mit 4 Bussen. Mit Posaunenmusik zog der Posaunenchor durch Eisenau zur Wartburg. Außerdem ist noch die 4-tägige Fahrt nach Ganderkesee mit Abstecher nach Bremen zu erwähnen. Per Dampfschiff ging es weiter nach Bremerhaven.

In der Zeit der NSDAP wurden die Bläser teilweise aufgefordert, aus dem Chor bzw. sogar aus der Kirche auszutreten. Keiner der Spieler gab den Repressalien nach; alle hielten dem Chor die Treue trotz mancher nicht leicht zu nehmender Nachteile besonders in der Zeit des 2. Weltkrieges. In diesem Krieg fielen Adolf und August Paulstich, die Söhne des Dirigenten, Anton Cnyrim, der Sohn des zeitweiligen Dirigenten Hans Cnyrim und Heinrich Hempel.

Doch nicht nur die Kriegswirren sorgten für Unruhe und Krisen. Als die Nachfrage nach der Hausschneiderei immer geringer wurde und die Schneider ihre Tätigkeit zu Hause nicht mehr ausüben konnten, wurde es immer schwerer, genügend Bläser für das Beerdigungsblasen zu finden. Doch auch da fand sich wieder eine Lösung: Der Nachwuchs rekrutierte sich oft aus den Reihen der eigenen Mitglieder, die ihre Kinder dazu gewinnen konnten dem Chor beizutreten. Daher konnte mit Unterstützung von Bläsern, die im Schichtdienst des VW-Werkes ihre Arbeit verrichteten, das Beerdigungsblasen gemeinsam mit den jugendlichen Bläsern fortgeführt werden.


Zeltlager Heiligenberg

Nach dem 2. Weltkrieg konnte der Chor seine bisherigen Aktivitäten wiederaufnehmen. So wurde der erste gemeinsame Ausflug im Jahre 1947 unternommen. Die Reise führte über Melsungen, Rothenburg nach Ronshausen. In den Jahren 1956, 1957 und 1958 wirkte der Chor bei den von Pfarrer Rose geschriebenen und der Chronik entnommenen Heimatspielen: "Der Überfall auf Großenritte", "Jost und Siegelinde" (aus der Pestzeit) und "Der Bauernstreik im Baunatale" mit.

Am 9.12.1962, dem 2. Advent, feierte die Kirchengemeinde ein dreifaches Jubiläum: die 450zigste Ringweihe - 1512 wurde der älteste Teil der Kirche fertiggestellt -, das 25jährige Bestehen des Kirchenchores, und der Posaunenchor beging sein 50-jähriges Jubiläum. Der Landwirt Heinrich Gibhardt war an diesem Ereignis in dreifacher Weise beteiligt: Als Organist, als Leiter des Kirchenchores und gleichzeitig des Posaunenchores. Auf dem Friedhof wurde der Verstorbenen gedacht, anschließend fand ein Festgottesdienst mit darauffolgender Kranzniederlegung am Ehrenmal statt, nachmittags wurden Choräle an verschiedenen Stellen im Ort gespielt und abends wurde die Festfeier im großen Saal der Kulturhalle abgehalten.

Am Tage des Erntedankgottesdienstes, dem 6.10.1963, wurden die beiden Bläser Johannes Bartelmei und Heinrich Minkler für 50 Jahre Mitgliedschaft in besonderer Weise durch den Leiter des Posaunendienstes in Kurhessen-Waldeck, Herrn Pfarrer Riemer, geehrt.

Dass das Kreisposaunenfest im Jahre 1965 in Großenritte und Altenritte ausgerichtet werden konnte, stellte etwas ganz Besonderes dar. Ausgelöst durch dieses Ereignis traten die ersten weiblichen Bläserinnen dem Chor bei. Was anfangs als Ausnahme galt und oftmals Erstaunen hervorrief, wurde später dann zur Selbstverständlichkeit. Der 1. Vorsitzende des Posaunenchores war zu dieser Zeit Hermann Bartelmei, der die Geschicke des Chores über 20 Jahre lenkte. Die Leitung des Posaunenchores übernahm ab 1966 der Frisörmeister Manfred Deuble. Mit ihm kamen weitere Bläser auch aus den Nachbarorten Wehlheiden, Kassel-Niederzwehren, Gleichen und Sand. Der Chorleiter und der 1. Vorsitzende ergänzten sich in hervorragender Weise, so dass der Chor einen deutlichen Aufschwung erfuhr; u.a. wirkte er bei Platzkonzerten, bei öffentlichen Auftritten und bei den Altentagen des Landkreises mit. Viele junge Leute sahen hierin den Anreiz, dem Chor beizutreten und mitzuspielen.

Das 60-jährige Bestehen wurde im Jahr 1973 begangen.


Für den Festgottesdienst in der Großenritter Kirche hatte der Chor ein besonderes musikalisches Programm vorbereitet, in dessen Mittelpunkt Werke des zeitgenössischen englischen Komponisten Eric Ball standen. Diese Stücke, bis zu 17-stimmig gesetzt, begeisterten neben dem Publikum auch die Bläser. Um die zu dieser Musikrichtung spezifische Klangwirkung zu unterstützen, wurden die herkömmlichen Blasinstrumente nach und nach durch den Kauf englischer Fabrikate ersetzt, teilweise beteiligten sich die Bläser an dieser Umrüstung durch den Kauf eigener Instrumente.

In den Jahren 1975 und 1976 folgten zahlreiche öffentliche Auftritte, u.a. beim Baunataler Volksfest, Festakten bei der 900-Jahrfeier in Guntershausen sowie 1200 Jahre Rittahe, Festgottesdienste, Missionsfeste in Guntershausen, und es fand wiederum ein Kreisposaunentreffen in der Großenritter Kulturhalle statt.

Im Jahre 1977 wirkte der Posaunenchor bei der Produktion einer Langspielplatte der Baunataler Musikgruppen mit, wie auch bei zahlreichen anderen öffentlichen Auftritten. Manfred Deuble verließ 1977 Kassel, sein Nachfolger als Chorleiter wurde ab 1978 Lothar Zimmermann. In diesem Jahr konnte eine Partnerschaft zum Posaunenchor Windesheim geknüpft werden. Bei den gegenseitigen Besuchen der Chöre in den folgenden Jahren wurde gemeinsam musiziert und natürlich auch gefeiert. Weitere Aktivitäten bis 1982 bestanden in der musikalischen Gestaltung der Reiter- und Voltigier-Meisterschaften am Grebenhof, des 2. Fuldataler Sonntagskonzertes im Waldspielpark "Märchenmühle", der 90-Jahrfeier der Raiffeisenbank Baunatal, der Einweihungsfeier in der Vorweihnachtszeit aus Anlass der Bankneubaus der Raiffeisenbank in Großenritte, Kreistreffen VdK sowie eines Festgottesdienstes anlässlich des Kreisposaunentreffens in Ihringshausen.

Das 70-jährige Jubiläum des Posaunenchores wurde am 23.10.1982 gefeiert.


Zu diesem Anlass stiftete Herr Voegelin aus Thayngen-Wilchingen/Schweiz das Arrangement von Eric Ball "Nun danket alle Gott". Der Posaunenchor Buchenau/Lahn, einer der wenigen Chöre Deutschlands, die seit langem die Musik des englischen Musikdirektors Eric Ball interpretierten, wirkte bei der Gestaltung des Konzerts in der Kulturhalle in Großenritte mit. Am 24.10.1982 fanden die Festlichkeiten ihren Abschluss in einem Gottesdienst in der Großenritter Kirche.

In den darauffolgenden Jahren stellte der Posaunenchor immer wieder sein Können unter Beweis, u.a. beim 20. Geburtstag der Baunataler Werkstätten in Verbindung mit der damaligen "Aktion Sorgenkind", bei der Mitwirkung anlässlich der 40-jährigen Jubiläen des Volkschores wie auch der VdK Ortsgruppe Großenritte und des 75-jährigen Jubiläums der Radsportabteilung sowie bei einem Konzert mit der Akkordeongruppe aus Vire und der Mandolinengruppe Schauenburg. Das 75-jährige Jubiläum stellte einen weiteren Höhepunkt zum Ende des Jahres 1987 dar.


Im Jahre 1985 wurde Hermann Bartelmei als 1. Vorsitzender von Uwe Schönewolf abgelöst. Ihm folgten Wolfgang Weber, Lothar Zimmermann, Hartmut Wicke und Bernd Kistner, der sein Amt als 1. Vorsitzender bis heute ausübt.

Lothar Zimmermann übergab im Jahr 1989 den Taktstock an Thomas Wagner, einen zum damaligen Zeitpunkt außergewöhnlich jungen (18-jährigen!) und dynamischen Dirigenten, der die Tradition der Brass-Musik weiter pflegte. Dies war nicht immer einfach, da der Chor oftmals unter dem Austritt junger Bläser aufgrund eines aufgenommenen Studiums bzw. aus beruflichen Gründen zu leiden hatte. Doch nach einem tiefen Tal kommt auch wieder ein Lichtblick, so konnten doch stetig neue Bläser, die Freude am Musizieren hatten, gewonnen werden.

Geselligkeit wurde groß geschrieben. Alljährlich wurden Busausflüge unternommen, z.B. an den Rhein, in die Lüneburger Heide incl. Kutschfahrt, zum Vogelpark Walsrode. In besonders guter Erinnerung blieb der Ausflug nach Dinkelsbühl zur "Kinderzeche". Auch die mehrtägige Fahrt an den Wörthersee zum Enkel des zu Beginn erwähnten Pfarrer Lautemann stellte sich als ein besonderes Erlebnis heraus. Neben Ausflügen in die Umgebung wurde dort ein Konzert veranstaltet mit anschließendem gemütlichen Beisammensein mit den Gemeindemitgliedern der dortigen Kirchengemeinde.

Das am 26. Oktober 1997 anläßlich seines 85jährigen Bestehens in der Stadthalle Baunatal dargebotene Konzert des Posaunenchores zeigte diesen mit der ganzen Bandbreite seines Repertoires. Das mit über 300 Gästen gut besuchte Konzert rief bei den Anwesenden Begeisterung hervor, obwohl das eine oder andere Stück wegen seines für Posaunenchöre außergewöhnlichen Stiles die Zuhörer in Erstaunen versetzte.
Besondere Akzente waren sicherlich die Arrangements berühmter Hits aus der Popmusik von Bryan Adams, Billy Joel und Queen. Den musikalischen Höhepunkt stellte jedoch zweifelsohne die Fantasie in 4 Sätzen "Indian Summer" des englischen Komponisten Eric Ball dar. Das Arrangement einer Musik indianischen Ursprungs für Blechbläser schaffte zuweilen recht eigenwillige Rhythmen und Klangfarben.


Seine Leistungsfähigkeit stellte der Posaunenchor bei einem Konzert im Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg unter der damaligen Leitung des Dirigenten Ernst Bickel im Jahr 1998 unter Beweis. Mit der Ouvertüre aus Händels Feuerwerksmusik begann das kontrastreiche Programm, bei dem der Schwerpunkt auf klassischen Kompositionen vom Barock bis zur Romantik lag. Die Blechbläser beherrschten auch so schwierige Stücke wie "Air" aus der D-Dur Orchestersuite von Bach. Eine musikalische Delikatesse boten sie mit der Darbietung der "Choralprélude" von Brahms. Doch es ging auch anders. Der "Can-Can" von Offenbach, der Marsch "Entschlossen zu folgen" und die abschließende "Dixie-Show" brachten Tempo in den Saal.

Es folgten im Jahr 1999 anlässlich des Hessentages der Ökumenische Eröffnungsgottesdienst und ein Gottesdienst mit dem Kirchenbezirkschor, die eine große Anzahl von Zuhörern erreichten. Als besonders gelungen konnte man in diesem Jahr auch die musikalische Gestaltung zum Festakt des 75-jährigen Jubiläums des Schützenvereins bezeichnen.

Ein herausragendes Ereignis stellte der Flug nach London für einige Mitglieder des Posaunenchores im Oktober 2001 dar. Sie konnten dort die jährlich stattfindende Veranstaltung Championship of National Brass Bands in der Royal Albert Hall erleben. Hier konnte der Zuhörer Musik in höchster Vollendung genießen! Dieses Erlebnis stellte jeden Bläser des Posaunenchores vor die Entscheidung: Entweder die spielerische Leistung erheblich zu verbessern oder das Instrument auf der Stelle einzuschmelzen. Die Bläser entschieden sich für die erste Alternative.

Die Chronik zeigt, wie sich innerhalb von 90 Jahren ein Chor, der mit der musikalischen Begleitung bei Beerdigungen begann, ein moderner, aufgeschlossener und für alle musikalischen Stilrichtungen offener Chor - durch Einsatz eines jeden einzelnen Mitglieds - bis heute entwickeln konnte.

Im Jahre 2002 konnte der Posaunenchor Großenritte, der sich zu diesem Zeitpunkt im Untertitel schon Brassband nannte, seinen 90. Geburtstag feiern. Obwohl es sich nicht um ein „rundes Jubiläum“ handelte, lies man sich etwas ganz Besonderes einfallen.

Ein groß angelegtes und gut besuchtes Jubiläumskonzert in der Stadthalle Baunatal stand ganz unter dem Motto Filmmusik mit Titeln aus „Der mit dem Wolf tanzt“, „Flashdance“, „Jenseits von Afrika“ sowie „North & South“. Darüber hinaus wurde das berühmte „En Aranjuez Con Tu Amor“ von Rodrigo, welches eigens für Brassbands von Thomas Wagner arrangiert wurde, aufgeführt.

Nicht zu vergessen war die Vorstellung der ersten CD „Brassband Gala – Highlights“ pünktlich zum Jubiläum.

Als besonderes Hightlight wurde ein Ehemaligentreffen organisiert, zu dem auch unser ehemalige Dirigent Manfred Deuble extra aus seiner heutigen Heimat, der Schweiz, angereist war. Das freudige Widersehen und die große Resonanz machte dieses Treffen nach dem Konzert im Gemeindehaus zu einem vollen Erfolg.

Ebenfalls pünktlich zum 90.Geburtstag konnte die erste Version der damals schon sehr gelungenen Homepage im Internet platziert werden.


In den folgenden Jahren wurde verstärkt auf die Ausbildung von Nachwuchs geachtet. Langjährige Mitglieder schieden aus beruflichen oder aus Altersgründen aus, so dass der Chor zeitweise mit geringen Mitgliederzahlen zu kämpfen hatte. Aber es gab auch Lichtblicke. Aus den Nachwuchsbläsern konnten insgesamt 4 neue Stammbläser gewonnen werden, die mittlerweile zum festen Bestandteil des Chores gehören. Außerdem kamen Christian Füßling und Susan Samuel-Wetzel als Cornet-Bläser hinzu, so dass der Posaunenchor mittlerweile wieder positiv in die Zukunft blicken kann.

Neben den kirchlichen Anlässen wie Ostern, Pfingsten, Erntedankfest, Volkstrauertag, Totensonntag und Weihnachten wurden alljährlich Termine wie der Zeltgottesdienst der Großenritter Kirmes im September, das Laternenfest des Tagesmüttervereins, der Gottesdienst für „Brot für die Welt“ am 1. Advent und der am gleichen Sonntag entweder in Großenritte oder in Altenritte stattfindende Adventsbasar wahrgenommen. Auch das Adventskonzert, das jedes Jahr am Samstag vor dem 3. Advent stattfindet, ist in Verbindung mit dem Gospelchor und dem Kirchenchor eine Aufgabe, die immer wieder gern vom Posaunenchor erfüllt wird. Im Anschluss an das Adventskonzert ist es seit vielen Jahren nunmehr zu einer Tradition geworden, mit allen Chormitgliedern sowie den Angehörigen bei einem gemeinsamen Essen in einem Lokal den Abend ausklingen zu lassen.

Am 16. Oktober 2010 gab es ein besonderes Highlight: Der Posaunenchor fuhr gemeinsam zu einem Konzert der Black Dyke Band zum Sauerland-Herbst Brass Festival nach Schmallenberg im Sauerland, wo den Bläsern ein Musikgenuss der besonderen Art geboten wurde. Die von Dr. Nicholas Childs dirigierte Brass Band, die mehrmals bei National Championships in der Royal Albert Hall in London den ersten Platz belegte, ist weltweit bekannt, hat Auftritte nicht nur im europäischen Ausland wie Schweden, Norwegen, Schweiz, Niederlande, sondern sogar in mehreren Städten in Australien, wo sie unter anderem auch in der Sydney Opera ein Gastspiel hatte. Nicht nur für die Mitglieder des Posaunenchores Großenritte war es eine gute Gelegenheit, im Anschluss an das Konzert mit einigen Bandmitgliedern Gespräche zu führen, auch für Susan Samuel-Wetzel, die in Wales geboren wurde, waren einige bekannte Gesichter da, mit denen sie sich nach Konzertende unterhalten konnte. Auch das Jahr 2011 verlief im musikalischen Bereich weiterhin positiv.

Das Jahr 2012 war für den Chor mit vielen musikalischen Auftritten verbunden. Auftakt bildete das Konzert mit dem Gesangverein Kirchbauna, bei dem unter anderem 2 Stücke aus der Westside Story gemeinsam – eine ganz neue Erfahrung für den Posaunenchor – mit dem Gesangverein vorgetragen wurde. Die Festgottesdienste anlässlich der 3 Jubiläen in der Kirchengemeinde Großenritte – 500 Jahre Kreuzkirche Großenritte, 100 Jahre Posaunenchor und 75 Jahre Kirchenchor - Kirche waren im Frühjahr der Auftakt zu den Jubiläumsveranstaltungen.

Es musste deshalb schon früh mit der Probenarbeit für dieses so wichtige Jahr für den Posaunenchor Großenritte begonnen werden. Eine besondere Herausforderung und auch Highlight im Rahmen des Jubiläums war der Besuch und die Mitwirkung der Pembroke Borough Silver Band. Ein großer Teil dieser Band besteht aus den Familienmitgliedern und Geschwistern von Susan Samuel-Wetzel. Für den Posaunenchor Großenritte bedeutete dieser Besuch nicht nur eine Verstärkung im musikalischen Bereich. Die entstandenen Freundschaften werden über die gemeinsame Tage mit Proben, Geselligkeit und Konzert hinausreichen. Äußeres Zeichen dafür ist eine offizielle Einladung nach Wales durch die Pembroke Borough Silver Band für das Jahr 2014 zu den 200-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Pembroke-Dock. Mit großer Freude wurde die Einladung angenommen.

Zum 100. Geburtstag wurde auch die Homepage überarbeitet, so dass diese im Layout und vor allem bezüglich Aktualität enorm gewonnen hat.